Reiseliteratur weltweit

Geschichten rund um den Globus

Um 77 - Gaius Plinius Secundus Major (der Ältere)
Das Mausoleum von Halikarnassos
Bodrum, Türkei

 

Dies ist ein Grabmal, das Artemisia für ihren Gatten Mausolos, einen Fürsten von Karia, errichten ließ, nachdem derselbe im zweiten Jahr der 107. Olympiade (352) gestorben war. Daß dieser Bau eins der sieben Wunderwerke wurde, das haben ganz vorzüglich diese Künstler [s.u.] ausgerichtet. Er ist von Süden nach Norden 63 Fuß weit, doch vorn und hinten schmaler, hat im Umfang im Ganzen 440 Fuß, erhebt sich zu einer Höhe von 25 Cubitus [Ellen] und ist von 36 Säulen umgeben. Den Umgang nannte man Pteron (Flügel). An der Ostseite arbeitete Skopas, an der Nordseite Bryaxis, an der Südseite Timotheus, an der Westseite Leochares. Noch ehe sie es vollendet hatte, starb auch die Königin; doch gingen sie nicht eher fort, als bis dies völlig fertig war, indem sie es für ein Denkmal ihres Ruhmes und der Kunst im Allgemeinen betrachteten, und noch jetzt ist man in Streit über die meisterhafteste Hand. Dazu kam noch ein fünfter Künstler. Denn über dem Pteron erhebt sich eine dem untern Theil gleichkommende Pyramide, welche sich auf 24 Stufen zu einer Spitzsäule zusammenzieht. Auf dem Gipfel steht ein marmornes Viergespann, welches Pythis gemacht hat. Rechnet man dies dazu so hatte das ganze Wekr eine Höhe von 140 Fuß.

 

Gaius Plinius Secundus Major
Historia Naturalis, 36. Buch
Übersetzung: E. D. L. Strack
Bremen 1855; Nachdruck Darmstadt 1968

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