Reiseliteratur weltweit

Geschichten rund um den Globus

1612 - Johann Verken
Auf Banda, südliche Molukken

Was belanget die Inseln von Banda, ist zu wissen, daß solches sieben unterschiedliche Inseln seyn, welche nicht weit von einander liegen, dann sie begreifen ringst vmb sich nicht mehr als zehen Meylen, vnd seyn von der brennenden Steinklipffen, bey welcher sie dann den 2. dieses gewesen, 80. Meilen abgelegen. Diese Inseln seynd die besten vnd köstlichsten in gantz Orient, dann es wachsen auff derselbigen die Muscatnuß vnd Muscatenblumen, welche dann sonst in der gantzen Welt an keinem Orth mehr wachsen, vnd wird gleichwol die gantze Welt von denselben gespeyset, vnd nach Notturfft gnugsam versehen, dann man jährlich zwey grosse Schiffe, deren ein jedes fünff oder sechs hundert Last helt, mit Muscaten vnd Muscatenblumen daselbst beladen kan. Die Namen dieser sieben Inseln seynd, Banda, Nero, Roseleio, Pulewey, Puleron, Gunappi, (Banda oder Lontoor, Neira, Roesingheyn, Pulu Ai oder Wai), Pulu Ron, Gunung Api, Pulu Pisang) vnd dann die Bananas Insel, welche aber öde vnd vnbewohnet ist, die andern seynd ziemlich volckreich vnd bewohnet, also, daß wol in die zehen oder zwölff tausend Menschen darauff zu finden.

Verken; Johann
Molukken-Reise 1607-1612
Neu herausgeben nach der zu Frankfurt am Main  im Verlag Joh. Th. De Bry 1612 erschienen Originalausgabe
in der Reihe: Reisebeschreibungen von deutschen Beamten und Kriegsleuten im Dienst der Niederländischen West- und Ost-Indischen Kompagnien 1602-1797; Herausgegeben von S. P: L'Honoré Naber, 2. Band, Haag 1930 (Martinus Nijhoff)

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