Reiseliteratur weltweit

Geschichten rund um den Globus

Um 210 - Periplus des Erythräischen Meeres
Der Handel von Mokka

Der Handelsplatz Muza [bei Mokka] ist zwar hafenlos, aber wegen seiner sandigen Ankerplätze gut geeignet zum Aufenthalt der Schiffe und zum Landen. Als Waren führt man dahin ausgezeichnete und geringere Purpurzeuge, arabische Ärmelkleider, sowohl einfache wie auch gewöhnliche, mit schildartigen Figuren versehene und mit Goldfäden durchschossene, ferner Safran, Cypergras, Baumwollstoffe, Abollen [Mäntel oder Umhänge], gewebte Decken in nicht großer Anzahl, einfache und landesübliche, buntfarbige Gürtel, ein mäßiges Quantum wohlriechender Salben, hinreichende Spezereien, Wein aber und Getreide nicht viel; denn das Land bringt auch ein mäßiges Quantum Weizen und ein größeres an Wein hervor. Dem König aber und seinem Vasallen werden Pferde gegeben und Maulesel zum Tragen von Lasten, goldene und silberne Gefäße mit erhabener Arbeit, prächtige Gewänder und kupferne Geschirre. Exportiert werden dagegen von da als einheimische Produkte ausgezeichnete Myrrhe, auch in Tropfenform, die sogenannte abeiräische und minäische, weißer Marmor und alle früher erwähnten Waren aus dem gegenüberliegenden Adulis [bei Massaua in Eritrea].

Fabricius, B.
Der Periplus des Erythräischen Meeres von einem Unbekannten
Leipzig 1883

Abgedruckt in:
Keller, Ulrike (Hg.)
Reisende in Arabien, 25 v. Chr. bis 2000 n. Chr.
Wien 2002

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